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Актуальные сообщения Центрального совета евреев в Германии

Das Logo der Zentralrates der Juden in Deutschland

 


26. August 2026

Presseerklärung

 

Zentralrat der Juden und Ernst Klett Verlag kooperieren bei neuer Lehrwerksreihe

 

Erstes Schülerarbeitsbuch für den jüdischen Religionsunterricht in der Lehrwerksreihe „Da’at Hadorot – Lernen. Verstehen. Weitergeben.“ ab sofort erhältlich

 

Berlin/Stuttgart, 25.08.2026 – Der Zentralrat der Juden in Deutschland und der Ernst Klett Verlag stellen mit „Da’at Hadorot – Lernen. Verstehen. Weitergeben.“ eine neue deutschsprachige Lehrwerksreihe für den jüdischen Religionsunterricht vor. Herausgeber der Reihe ist der Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Ernst Klett Verlag hat die Entwicklung des Unterrichtswerks mit seiner verlegerischen und didaktischen Expertise eng begleitet.

 

Die Reihe richtet sich primär an Lehrkräfte des jüdischen Religionsunterrichts in allen Bundesländern und umfasst Schülerarbeitsbücher sowie begleitende didaktische Handreichungen. Insgesamt sind acht Schülerarbeitsbücher für die Jahrgangsstufen 5 bis 10 geplant. Den Auftakt bildet der Band „Tora“, der für Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse konzipiert wurde.

 

Mit dieser Lehrwerksreihe reagiert der Zentralrat der Juden in Deutschland auf den Bedarf nach qualitativ hochwertigen Materialien für den jüdischen Religionsunterricht. Pädagoginnen und Pädagogen erhalten moderne, praxisnahe Materialien, während Schülerinnen und Schüler einen lebendigen Zugang zu den zentralen Texten und Traditionen des Judentums gewinnen. Das Unterrichtswerk verbindet fachliche Qualität mit einer altersgerechten didaktischen Aufbereitung. Zugleich ist es Ausdruck eines gefestigten jüdischen Selbstverständnisses und der lebendigen Entwicklung jüdischen Lebens in Deutschland.

 

„Erstmals nach der Schoa entsteht nun eine Schulbuchreihe für den jüdischen Religionsunterricht, die sich gezielt an den Lehrplänen orientiert und weitere Materialien wie Arbeitshefte und Lehrhandreichungen zur Verfügung stellt. Jüdischer Religionsunterricht findet so auf Augenhöhe mit den christlich-konfessionellen Fächern statt. Ich danke dem Ernst Klett Verlag für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit, die diesen Schritt ermöglicht“, betont Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

 

„Die Kooperation verbindet die fachliche und religionspädagogische Expertise des Zentralrats mit unserer didaktischen und verlegerischen Erfahrung“, ergänzt Maximilian Schulyok, Vorsitzender Geschäftsführer des Ernst Klett Verlags. „Die daraus entstehenden Impulse bereichern auch die Weiterentwicklung unserer eigenen Bildungsmedien.“

 

Das erste Schülerarbeitsbuch „Tora“ mit begleitender Handreichung für Lehrkräfte ist ab sofort über den Onlineshop des Zentralrats der Juden in Deutschland erhältlich. Die weiteren Bände der Reihe werden schrittweise veröffentlicht. Begleitend zur Einführung sind Workshops für Lehrkräfte vorgesehen.

 

Weitere Informationen und Bestellung: https://shop.zentralratderjuden.de


29. Juli 2026

Presseerklärung

 

Neuer J7-Jahresbericht: 2025 war das Jahr mit den meisten tödlichen antisemitischen Angriffen in der Diaspora seit über 30 Jahren

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in den J7-Ländern liegt 136 Prozent über dem Niveau von 2022 – dem Jahr vor dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober. Gewalttätige Übergriffe nahmen im selben Zeitraum um 97 Prozent zu. Deutschland verzeichnet seit 2021 einen Zuwachs der antisemitischen Vorfälle um 215 Prozent.

 

Bei antisemitischen Angriffen wurden im vergangenen Jahr in Sydney, Manchester, Washington, D.C. und Boulder, Colorado, 20 Menschen ermordet. Damit war 2025 für die jüdische Diaspora das Jahr mit der höchsten Zahl an Todesopfern durch antisemitische Gewalt seit dem AMIA-Bombenanschlag in Argentinien 1994.

 

Vor diesem Hintergrund veröffentlicht die J7 Large Communities' Task Force Against Antisemitism heute ihren insgesamt zweiten Jahresbericht zum weltweiten Antisemitismus. Dieser dokumentiert für das Jahr 2025 mehr als 23.000 antisemitische Vorfälle in den J7-Ländern (Argentinien, Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA), die über 90 % der jüdischen Diaspora repräsentieren. Alle J7-Länder verzeichnen weiterhin ein Vorfallniveau, das dramatisch über den Werten aus der Zeit vor dem 7. Oktober 2023 liegt.

 

Zur Lage in Deutschland äußerte sich der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster:

„Die 8.725 im Jahr 2025 registrierten Vorfälle sind ein bitterer Befund. Deutschland weist die mit Abstand höchste Rate an antisemitischen Vorfällen pro jüdischem Einwohner in den J7-Staaten auf. Die Zahlen belegen die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses. Dieser wird von den politischen Rändern von links bis rechts geschürt und dabei zunehmend als „Antizionismus“ maskiert. Deshalb erwarten wir vom Gesetzgeber, dass er bestehende Lücken im Strafrecht schließt und Aufrufe zur Zerstörung des Staates Israel konsequent unter Strafe stellt.“

 

Zentrale Erkenntnisse zur Situation in Deutschland:

  • Deutschland weist weiterhin die höchste Rate an antisemitischen Vorfällen pro jüdischem Einwohner auf: fast 70 Vorfälle pro 1.000 jüdische Einwohner im Jahr 2025.

  • Zwischen 2021 und 2025 stieg die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Deutschland um 215 %.

  • Die Auswertung zeigt einen drastischen Zuwachs an beiden politischen Rändern. Zwar liegt die absolute Zahl der antisemitischen Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund (Anstieg von 562 auf 807 Fälle) über der aus dem linken, antiimperialistischen Spektrum (Anstieg von 349 auf 501 Fälle). Der prozentuale Zuwachs ist 2025 mit jeweils exakt 43,6 % jedoch in beiden Lagern identisch hoch.

  • Vorfälle, die als „Anti-Israel-Aktivismus“ kategorisiert wurden, machten in Deutschland im Jahr 2025 mindestens 22,6 % aller erfassten Vorfälle aus.
     

Zentrale Erkenntnisse weltweit:

  • Insgesamt 20 Menschen wurden 2025 bei antisemitischen Angriffen getötet, alle in J7-Ländern. Dies umfasst 15 Ermordete bei einer Chanukka-Feier in Sydney, zwei Tote an Jom Kippur in einer Synagoge in Manchester, zwei Tote im Capital Jewish Museum in Washington, D.C. und ein Todesopfer in Boulder, Colorado.

  • Antizionismus war 2025 weltweit ein Hauptmotiv für einen erheblichen Teil der antisemitischen Vorfälle, darunter 48 % in Großbritannien, 45 % in den USA und 23 % in Deutschland.


Über die J7 Task Force

Die J7, The Large Communities’ Task Force Against Antisemitism, wurde als Reaktion auf die weltweit steigenden Raten von Antisemitismus gegründet und umfasst führende jüdische Organisationen in den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Argentinien und Australien. Neben Konsultationen auf höchster Ebene leitet die J7 Arbeitsgruppen, die sich aus Fachexperten jeder Gemeinde zusammensetzen, um Strategien und Aktionspläne in Bereichen wie Politik und Interessenvertretung, Technologiepolitik, Sicherheit, Extremismus und Aufklärung gegen Antisemitismus zu entwickeln.

 

Methode

Der J7-Jahresbericht wird von den jüdischen Vertretungen der sieben Mitgliedsstaaten, für Deutschland durch den Zentralrat der Juden, gemeinsam verfasst und herausgegeben. Die länderspezifischen Daten für Deutschland basieren dabei auf zwei zentralen Quellen: den offiziellen Erhebungen des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) sowie dem „Lagebild der jüdischen Gemeinden in Deutschland“, das der Zentralrat der Juden jährlich erhebt.

 

Material

J7 Task Force Second Annual Report.

Jahresbericht 2025 des Bundesverbands.

Drittes Lagebild der Jüdischen Gemeinden.


10. Juni 2026

Presseerklärung

 

Leo-Baeck-Preis 2026 geht an den Kabarettisten Dieter Nuhr

 

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat in diesem Jahr seine höchste Auszeichnung, den Leo-Baeck-Preis, an den Kabarettisten, Autoren und Moderator Dieter Nuhr verliehen. Der Zentralrat der Juden würdigt damit Nuhrs entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus in der Medienlandschaft. Die feierliche Preisverleihung fand in den Berliner Wilhelm Studios statt. Die Laudatio hielt der Psychologe und Autor Ahmad Mansour.

 

In seiner Rede betonte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster: „Es ist nicht die Aufgabe des Kabaretts, den Menschen zu gefallen. Es ist seine Aufgabe, die Menschen zu konfrontieren. Widerspruch auszulösen, vor allem aber Reflexion über die eigene Position zu ermöglichen. Dieter Nuhr nutzt seine Reichweite, um genau das in Bezug auf Israel und das Judentum zu tun. Konsequent deckt er die Doppelstandards auf, denen die deutsche Medienlandschaft bei diesen Themen oftmals unterliegt. In einer Zeit, in der der Antisemitismus eine Normalisierung erfährt, steht Dieter Nuhr an der Seite der jüdischen Gemeinschaft. Das macht ihn zu einem würdigen Träger des Leo-Baeck-Preises.“

 

Der Laudator Ahmad Mansour erklärte in seiner Rede: „Dieter Nuhrs Kunst ist eine seltene: Er fasst Unbehagen in Worte. Er nimmt das diffuse Gefühl, das viele tragen, aber nicht benennen können, und gibt ihm eine Sprache – so präzise, dass die Zuschauer nicht nur lachen, sondern denken: Genau so ist es. So hätte ich es auch sagen wollen.


Diese Fähigkeit allein wäre schon besonders. Aber wenn man die deutsche Debatte der letzten Jahre betrachtet, dann reicht das Wort ‚Fähigkeit‘ nicht mehr. Dann muss man von Mut sprechen.“

 

In seiner Rede sagte der Preisträger Dieter Nuhr: „Dieser Preis ist etwas sehr Besonderes. Weil er mir nicht als Komiker verliehen wird, sondern als Mensch, für meine Haltung, gegen Intoleranz, gegen Radikalismus, gegen Antisemitismus. Wir erleben heute wieder, dass Menschen mitlaufen, sich offensichtlich gedankenlos einfügen in eine sich moralisch überlegen fühlende Menge. Genau da entsteht der Raum, in dem sich das Böse entfaltet. Und wir können nicht mehr tun als dagegenhalten, argumentieren – und Witze machen.“

 

Seit 1957 zeichnet der Zentralrat der Juden mit dem Leo-Baeck-Preis Persönlichkeiten aus, die in besonderem Maße für die jüdische Gemeinschaft eingetreten sind. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung bewahrt das Andenken an Rabbiner Leo Baeck sel. A. Zu den bisherigen Preisträgern zählen namhafte Persönlichkeiten wie der ehem. Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1994), die ehem. Bundeskanzlerin Angela Merkel (2007), der ehem. Bundesminister Cem Özdemir (2022) und der Präsident von Borussia Dortmund Hans-Joachim Watzke (2024).

 


 

Mehr unter www.zentralratderjuden.de