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Aktuelle Meldungen

Das Logo des Zentralrats der Juden in Deutschland

 


10. Juni 2026

Presseerklärung

 

Leo-Baeck-Preis 2026 geht an den Kabarettisten Dieter Nuhr

 

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat in diesem Jahr seine höchste Auszeichnung, den Leo-Baeck-Preis, an den Kabarettisten, Autoren und Moderator Dieter Nuhr verliehen. Der Zentralrat der Juden würdigt damit Nuhrs entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus in der Medienlandschaft. Die feierliche Preisverleihung fand in den Berliner Wilhelm Studios statt. Die Laudatio hielt der Psychologe und Autor Ahmad Mansour.

 

In seiner Rede betonte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster: „Es ist nicht die Aufgabe des Kabaretts, den Menschen zu gefallen. Es ist seine Aufgabe, die Menschen zu konfrontieren. Widerspruch auszulösen, vor allem aber Reflexion über die eigene Position zu ermöglichen. Dieter Nuhr nutzt seine Reichweite, um genau das in Bezug auf Israel und das Judentum zu tun. Konsequent deckt er die Doppelstandards auf, denen die deutsche Medienlandschaft bei diesen Themen oftmals unterliegt. In einer Zeit, in der der Antisemitismus eine Normalisierung erfährt, steht Dieter Nuhr an der Seite der jüdischen Gemeinschaft. Das macht ihn zu einem würdigen Träger des Leo-Baeck-Preises.“

 

Der Laudator Ahmad Mansour erklärte in seiner Rede: „Dieter Nuhrs Kunst ist eine seltene: Er fasst Unbehagen in Worte. Er nimmt das diffuse Gefühl, das viele tragen, aber nicht benennen können, und gibt ihm eine Sprache – so präzise, dass die Zuschauer nicht nur lachen, sondern denken: Genau so ist es. So hätte ich es auch sagen wollen.


Diese Fähigkeit allein wäre schon besonders. Aber wenn man die deutsche Debatte der letzten Jahre betrachtet, dann reicht das Wort ‚Fähigkeit‘ nicht mehr. Dann muss man von Mut sprechen.“

 

In seiner Rede sagte der Preisträger Dieter Nuhr: „Dieser Preis ist etwas sehr Besonderes. Weil er mir nicht als Komiker verliehen wird, sondern als Mensch, für meine Haltung, gegen Intoleranz, gegen Radikalismus, gegen Antisemitismus. Wir erleben heute wieder, dass Menschen mitlaufen, sich offensichtlich gedankenlos einfügen in eine sich moralisch überlegen fühlende Menge. Genau da entsteht der Raum, in dem sich das Böse entfaltet. Und wir können nicht mehr tun als dagegenhalten, argumentieren – und Witze machen.“

 

Seit 1957 zeichnet der Zentralrat der Juden mit dem Leo-Baeck-Preis Persönlichkeiten aus, die in besonderem Maße für die jüdische Gemeinschaft eingetreten sind. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung bewahrt das Andenken an Rabbiner Leo Baeck sel. A. Zu den bisherigen Preisträgern zählen namhafte Persönlichkeiten wie der ehem. Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1994), die ehem. Bundeskanzlerin Angela Merkel (2007), der ehem. Bundesminister Cem Özdemir (2022) und der Präsident von Borussia Dortmund Hans-Joachim Watzke (2024).


21. Mai 2026 

Presseerklärung

 

Anstoß gegen Antisemitismus im Fußball: Zentralrat der Juden startet neues Projekt im Sport

 

Das Projekt verfolgt das Ziel, antisemitismuskritische Strukturen in Verbänden, Vereinen und unter Fans nachhaltig zu stärken und ein klares Zeichen für Solidarität, Verantwortung und demokratische Werte im Fußball zu setzen.

 

Anlässlich des DFB-Pokalfinales, einem der größten Ereignisse im deutschen Fußball, startet der Zentralrat der Juden in Deutschland am Wochenende sein neues Projekt Anstoß gegen Antisemitismus im Fußball.

 

Zehntausende Fans aus ganz Deutschland werden an diesem Wochenende in Berlin sein. Diese Fußballpräsenz in der Stadt nutzt der Zentralrat der Juden, um das Projekt und seine Anliegen sichtbar zu machen. Denn Antisemitismus ist zwar auch im Fußball präsent, bleibt aber zu oft unerkannt.

 

Um diesem entgegenzutreten, werden auf hunderten digitalen Werbeflächen des Außenwerbe-Unternehmens Ströer werden in ganz Berlin am Samstag, den 23.05. die Botschaften „Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus“ und „Mitfiebern. Gegen Antisemitismus“ zu sehen sein.

 

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärt: „Fußball erreicht in Deutschland viele Millionen Menschen, die als begeisterte Fans ihren Teams folgen oder selbst vor Ort im Verein aktiv sind. Leider erleben wir aber, dass der wachsende Antisemitismus auch im Fußball das Miteinander auf allen Ebenen, von der Kreisliga bis in den Spitzensport, bedroht. Dieses Projekt nutzt die einzigartige Position des Fußballs als verbindendes Glied vieler Menschen in unserem Land, um dem Antisemitismus, der in unserer Gesellschaft immer aggressiver auftritt, Paroli zu bieten.“

 

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.

Bundesministerin Karin Prien erklärt:„Fußball begeistert Millionen in Deutschland und verbindet Menschen unterschiedlichster Herkunft, Generationen und Lebensrealitäten. Gerade deshalb spielt der Sport eine besondere Rolle für Zusammenhalt, Respekt und demokratische Werte. Mit dem Projekt ‚Anstoß gegen Antisemitismus‘ setzt der Zentralrat der Juden ein wichtiges Zeichen für Haltung und Miteinander im Fußball. Denn Antisemitismus ist kein Randphänomen und wird zu oft nicht erkannt oder benannt. Mit dem Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ unterstützen wir Initiativen, die Dialog fördern, Aufklärung stärken und deutlich machen: Jüdisches Leben gehört dazu – selbstverständlich auch beim Fußball.“

 

Das Projekt verfolgt das Ziel, antisemitismuskritische Strukturen in Verbänden, Vereinen und unter Fans nachhaltig zu stärken und ein klares Zeichen für Solidarität, Verantwortung und demokratische Werte im Fußball zu setzen.

 

Durch die gezielte Ansprache von Multiplikatoren wirkt das Projekt als Katalysator für Vernetzung und Zusammenarbeit: Es eröffnet neue Räume für Austausch, macht erfolgreiche Praxisbeispiele sichtbar und baut tragfähige Kooperationen mit zentralen Stakeholdern auf – darunter auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB). So sollen bestehende Kräfte gebündelt, neue Impulse gesetzt und antisemitismuskritisches Engagement im Fußball langfristig gestärkt werden.


20. Mai 2026 

Presseerklärung

 

„Ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit“: Zentralrat der Juden in Deutschland und die Evangelische Kirche in Deutschland intensivieren den Austausch – Copy

 

Am Mittwoch, 20. Mai 2026 kamen das Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland um den Präsident Dr. Josef Schuster und eine Delegation des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), darunter die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs, in Berlin zu einem Austausch der Religionsgemeinschaften zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen zusammen.

 

Ein besonderes Augenmerk des Treffens lag auf den Angriffen auf Jüdinnen und Juden in unserm Land und Gemeinden, den Bedrohungen für die Demokratie in unserem Land durch das Erstarken extremistischer Kräfte sowie auf den Chancen des interreligiösen Dialogs. Aber auch weitere sehr konkrete und zukunftsrelevante Fragestellungen wie Organspende und Wehrdienst standen auf der Agenda.

 

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärte: „Der Austausch mit dem Rat der Evangelischen Kirche ist wichtig. Er fördert die gemeinsame Verbundenheit in einer Zeit, in der jüdisches Leben zunehmend aus der Öffentlichkeit gedrängt werden soll. Der interreligiöse Dialog kann und muss eine Brücke sein, um gemeinsam das Fundament unserer offenen Gesellschaft zu stärken.“

 

Die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs, unterstrich die Bedeutung des jüdisch-christlichen Dialogs: „Wir sind dankbar, dass dieser für unsere Religionsgemeinschaften und die Gesellschaft wichtige Dialog weiter gestärkt wird. Unser Austausch ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir jegliche Form von Antisemitismus und Menschenverachtung ablehnen und weiter die Verständigung über ethische und politische Themen im Miteinander und für unsere Kirchen- und Synagogengemeinden suchen. Als Christinnen und Christen tragen wir Verantwortung, alles dafür zu tun, dass jüdische Menschen in unserem Land sicher und frei leben“, so Bischöfin Fehrs.

 

Der Zentralrat der Juden in Deutschland und der Rat der Evangelische Kirche in Deutschland vereinbarten zum Abschluss ihres Treffens, den gemeinsamen Austausch zu verstetigen und zu intensivieren.


11. Mai 2026 

Presseerklärung

 

Leo-Baeck-Preis 2026

 

Leo-Baeck-Preis 2026 geht an Dieter Nuhr

Verleihung findet am 10. Juni in Berlin statt

 

Der Zentralrat der Juden in Deutschland verleiht in diesem Jahr seine höchste Auszeichnung, den Leo-Baeck-Preis, an den Kabarettisten, Autoren und Moderator Dieter Nuhr. Der Zentralrat der Juden würdigt damit seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus in der Medienlandschaft.

 

Die feierliche Preisverleihung findet am Mittwoch, 10. Juni 2026 in Berlin statt. Die Laudatio wird der Psychologe und Autor Ahmad Mansour halten.

 

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, betont: „Dieter Nuhr setzt sich bereits seit geraumer Zeit in seinen Beiträgen mit herausragender Klarheit gegen Antisemitismus ein. Dabei nutzt er seine Rolle als Kabarettist und seine Plattform im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um konsequent Doppelstandards in der deutschen Debatte um Israel offenzulegen. Mit seinen Beiträgen setzt er einen Kontrapunkt zu antisemitischen Narrativen in der deutschen Medienlandschaft und positioniert sich klar an der Seite jüdischen Lebens.“

 

Seit 1957 zeichnet der Zentralrat der Juden mit dem Leo-Baeck-Preis Persönlichkeiten aus, die in besonderem Maße für die jüdische Gemeinschaft eingetreten sind. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung bewahrt das Andenken an Rabbiner Leo Baeck sel. A. Zu den bisherigen Preisträgern zählen namhafte Persönlichkeiten wie der ehem. Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1994), die ehem. Bundeskanzlerin Angela Merkel (2007), der ehem. Bundesminister Cem Özdemir (2022) und der Präsident von Borussia Dortmund Hans-Joachim Watzke (2024).

 

Weitere Informationen zum Preis finden Sie hier.


01. Mai 2026

Presseerklärung

 

Lagebild der Jüdischen Gemeinden 2026: Dauerhafte Bedrohung drängt jüdisches Leben aus der Öffentlichkeit

Die dritte bundesweite Erhebung zur Sicherheitslage, zum Sicherheitsempfinden und zu aktuellen Herausforderungen Jüdischer Gemeinden

 

Nach 2023 und 2024 hat der Zentralrat der Juden in Deutschland am 1. Mai 2026 zum dritten Mal ein Lagebild der Jüdischen Gemeinden in Deutschland herausgegeben. Das Lagebild basiert auf der Befragung der Führungspersönlichkeiten von 102 Jüdischen Gemeinden und Landesverbänden und hat damit einen repräsentativen Charakter.

 

Gut zweieinhalb Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober in Israel ist der Ausnahmezustand für Jüdinnen und Juden in Deutschland zu einem bedrückenden Dauer-Krisenzustand geworden. „Nach dem explosionsartigen Anstieg des Antisemitismus in Folge des 7. Oktober hat sich eine ‚neue Normalität‘ herausgebildet”, konstatiert Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Eine Lage, in der Jüdische Gemeinden permanent geschützt werden müssen und der Antisemitismus als Teil des öffentlichen Raums eine Normalisierung erfahren hat. Diese Zustände sind unhaltbar.“

 

Zwei Entwicklungen stechen im Lagebild besonders alarmierend hervor: der drastische Rückgang der gesellschaftlichen Solidarität und die Verdrängung jüdischen Lebens aus der Öffentlichkeit.

 

Nahmen im Jahr 2023 noch 62 Prozent der Gemeinden eine Solidarität aus der Zivilgesellschaft wahr, ist dieser Wert auf erschütternde 35 Prozent abgefallen. Fühlten sich die Gemeinden anfangs noch von der Mitte der Gesellschaft getragen, sehen sie sich nun zunehmend im Stich gelassen, während Judenhass, oft getarnt als vermeintlich legitime „Israelkritik“, tief in der bürgerlichen Mitte Anschluss findet. Gerade dort, wo jetzt Zivilcourage nötig wäre, verzeichnet das Lagebild der Jüdischen Gemeinden in Deutschland einen massiven Rückgang der gesellschaftlichen Unterstützung.

 

Die alltägliche Bedrohung führt dazu, dass 68 Prozent der jüdischen Gemeinschaft das Leben in Deutschland verglichen mit der Zeit vor dem 7. Oktober 2023 als unsicherer wahrnehmen. Um sich zu schützen, ziehen sich Jüdinnen und Juden zunehmend aus dem öffentlichen Raum zurück, verheimlichen ihre Identität und verzichten auf das offene Tragen von Symbolen wie dem Davidstern oder der Kippa. Dies betrifft insbesondere Kinder und Jugendliche. In den vergangenen zwölf Monaten mussten zudem 21 Prozent der Gemeinden Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen absagen.

 

Der Waffenstillstand in Gaza brachte für zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) keine spürbare Erleichterung der Sicherheitslage. Währenddessen nutzen Extremisten neue Eskalationen wie den Krieg gegen das iranische Mullah-Regime sofort als Vorwand für ausufernden Hass. Dr. Josef Schuster macht deutlich: „Der Krieg im Nahen Osten war immer nur ein Vorwand, niemals ein Grund für antisemitische Übergriffe und Hetze in Deutschland.“

 

Die andauernde Belastung führt zu einer tiefen Resignation: Nur noch 13 Prozent der Gemeinden schätzen die Zukunft für jüdisches Leben in Deutschland positiv ein. „Die Ergebnisse dieser repräsentativen Erhebung unter den Jüdischen Gemeinden in Deutschland müssen für Entscheidungsträger und die Gesellschaft gleichermaßen Alarmsignal und Ansporn sein. Der Judenhass hat sich in Deutschland normalisiert und nur enorme Kraftanstrengungen können diesen Trend umkehren. In der jüdischen Gemeinschaft schwindet das Vertrauen in diese Trendumkehr zusehends“, stellt Dr. Josef Schuster abschließend fest.

 

Das Lagebild der Jüdischen Gemeinden finden Sie hier zum Download:

 

Deutsche Version


Englische Version


Mehr unter www.zentralratderjuden.de