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"Musik, Essen und Schnacken"

Projekt "Musik, Essen, Schnacken" 

Jüdische und Türkische Gemeinden. Haltestelle: Musik. Herzliche Gespräche ...

Das wurde zu unserer guten Tradition, obwohl wir gerade schwierige Zeiten erleben, in denen Grenzen gezogen, Beziehungen zerstört und das Verständnis zwischen Ländern, Völkern und Menschen geschwächt wird.

 

Wir leben in Kiel, unsere Gemeinden liegen im Stadtteil Gaarden nicht weit voneinander entfernt. Uns verbindet eine gemeinsame Migrationsgeschichte. Wir haben ähnliche Träume von Frieden, ähnliche Sorgen um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder, ähnliche alltägliche Belange und Probleme…

 

Wir haben bereits oft erfolgreich an gemeinsamen kulturellen und gesellschaftlich bedeutenden Projekten teilgenommen. Vor kurzem haben wir uns wieder zusammengefunden. Diesmal, um gemeinsam zu singen und zu tanzen. 

 

Am 28.10.2025 trafen wir uns in unserer Gemeinde. Von unserer Seite nahmen der Chor „Neshama“ sowie einige Stammgäste des VERA-Cafes „Beseder“ teil. Viktoria Ladyshensky begrüßte unsere türkischen Gäste herzlich und eröffnete den Abend. Bei Tee, Kaffee und Snacks sangen wir, unterhielten uns, tauschten uns über unsere Schwierigkeiten und Erfolge, Erfahrungen und Hoffnungen aus. Die drei Stunden vergingen wie im Flug, denn jeder fand Resonanz und Verständnis. Rolf-Ulrich Schlotter, Mitglied unseres Chores und großer Freund beider Gemeinden, hatte einen wunderbaren Vortrag über die jüdische Kultur vorbereitet, den wir und unsere Gäste mit großer Aufmerksamkeit und Interesse anhörten: 

 

“...Musik kennt keine Grenzen. Sie spricht zu uns, wenn Worte verstummen.

Gerade die jiddischen Lieder haben mich immer tief berührt: Diese Mischung aus Herz und Schmerz, aus Wehmut und Witz, aus Melancholie, Trauer und einer unzerstörbaren Lebensfreude.“

 

Am nächsten Tag, dem 29.10.2025, kamen wir zu einem Gegenbesuch in die Türkische Gemeinde. Wir wurden sehr herzlich empfangen. Nie zuvor hatten wir so viel Tee getrunken wie an diesem Tag. Der Tee war erstaunlich – er wurde in einem speziellen Samowar nach einem besonderen Rezept zubereitet. Er war aromatisch, stark, aber mild und wurde mit Zucker serviert. Seit vielen Jahren trinken viele von uns Tee ohne Zucker, manche mit Milch oder Sahne, manche mit Zitrone. Natürlich kann man zum Tee Marmelade oder Pralinen, ein Stück Kuchen oder Torte, Kekse oder Honig als Süßigkeit dazu nehmen. Aber zu diesem Tee wollte man nichts hinzufügen. Dieser Tee war eine Köstlichkeit für sich. Obwohl es zum Tee auch leckere Snacks und Obst gab.

 

In der Türkischen Gemeinde setzten wir das fort, womit wir am Vortag aufgehört hatten: mit Musik. Die Musiker präsentierten uns sie mit Können und Inspiration auf traditionellen türkischen Instrumenten. Dann gab es Volksgesang, dann wieder Gespräche, dann Tänze. Dann sangen wir und sie sangen mit. Dann sangen unsere türkischen Freunde und wir sangen ihnen nach.

 

Zum Abschluss des Treffens sangen wir gemeinsam das Lied „Dona, Dona“ in jiddischer, deutscher und türkischer Sprache.

 

Vielen Dank an alle für die Gespräche, die Musik, das Essen, das Verständnis und die Herzlichkeit!

 

Sina Kont