Besuch der BallinStadt in Hamburg
Die Auswanderung ist keine Entscheidung zwischen Gut und Böse. Sie ist eine Wahl zwischen dem Unerträglichen und dem Unbekannten. Man kann es sich nicht vorstellen, nur erleben. Aber man kann sie berühren und das Exil mit der eigenen Haut spüren, hautnah.
Sergej Strakhov
Am 17. Juni 2025 besuchten 20 Mitglieder des Freundeskreises die „BallinStadt“, das Auswanderungsmuseum in Hamburg-Veddel, das 2007 an dem Ort der früheren Auswandererhallen eingeweiht wurde.
Von 1850 bis 1939 war Hamburg das „Tor zur Welt“ für mehr als fünf Millionen europäische Auswanderer, die vor politischer oder religiöser Verfolgung flohen oder einem Leben in Armut und Hunger entgehen wollten und deswegen über Hamburg die „Alte Welt“ verließen.
1901 ließ der jüdische Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie, Albert Ballin, auf der Elbinsel Veddel Massenunterkünfte für tausende von Auswanderern errichten, die dort jede Woche aus ganz Europa ankamen.
In drei originalgetreu rekonstruierten Gebäuden thematisiert die BallinStadt diese Auswanderung über Hamburg und darüber hinaus die Migrationsbewegungen ab dem 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Waltraut Siebke
Wir sahen die Bedingungen, unter denen die Menschen untergebracht waren, und es lief uns kalt den Rücken herunter, als wir die Bordwand des Schiffes im Wasser stehen sahen und die Gangway, die dorthin führte. Die zahlreichen Informationen in digitaler Form lassen uns erahnen, wie schwierig es gewesen sein muss, die Ausreise einer so großen Menschenmenge zu organisieren. Insgesamt wurden zwischen 1850 und 1939 etwa fünf Millionen Flüchtlinge nach Amerika gebracht. Es ist gut möglich, dass einige unserer Vorfahren darunter waren. Jeder von uns hatte gemischte Gefühle. Ehrlich gesagt, hat keiner von uns den Wunsch, solche Reise auf sich zu nehmen.
Olga Vasilieva
Foto: Waltraut Siebke





